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Entscheidend ist, was ich sehe …..

Wir sehen etwas, machen uns unser eigenes Bild, bilden daraus unsere Meinung, indem sich  in Sekundenbruchteilen völlig unbewusst noch ein paar Erfahrungen und Erinnerungen hinzufügen, und haben dann den Eindruck dass wir uns objektiv einer Sache, Situation oder Menschen gewidmet haben. Das wir mit eigenen Augen gesehen haben was wirklich los ist.

Entscheidend ist, was ich sehe …… wirklich?

Was ich sehe, hängt auch davon ab, worauf mein Fokus gerichtet ist.

Alle Menschen speichern ihre Erfahrungen, Gefühle, Emotionen, Erwartungshaltungen, Glaubenssätze irgendwo ab. Wissenschaftlich nicht bewiesen, doch fühlbar nachweisbar. Die Freude kommt aus dem Herzen, die Wut rebelliert im Magen, der Zorn erhitzt den Kopf, die Bitterkeit sitzt auf der Galle, das Gefühl der Ohnmacht führt zur selben … und so weiter.
Wenn ich etwas sehe, ansehe, laufen im Hintergrund meines Organismuses bereits tausend Programme auf Hochtouren und holen still und leise abgelegte Emotionen, Erfahrungen, Erwartungshaltungen ins Unterbewusstsein. Wir reagieren mehr oder weniger spontan mit Freude oder Ablehnung vielfach ohne zu wissen dass das Unbewusste im Bewusstsein gerade tätig ist.

Wähle dir selbst, zum ausprobieren, eine dir (vermeintlich) fremde Situation aus. Du kannst einen x-beliebigen Zeitungsbericht dafür nehmen.

Lies den Artikel aus deiner normalen Haltung heraus.
Lies dann den Artikel unter dem pessimistischem Aspekt „es stimmt selten was da geschrieben wird“ (vielleicht ist das sogar deine normale Haltung?)
Dann lies den gleichen Artikel mit einem liebevollem Blick, das Wohlwollende suchend und nach Harmonie strebend.

Der gleiche Artikel verändert sich unter deiner inneren Haltung, unter deiner Entscheidung etwas „normal“, etwas pessimistisch oder verurteilend und etwas liebevoll, wohlwollend zu lesen.

Du wirst immer und zu jeder Zeit sehen was du (unbewusst oder bewusst) erwartest zu sehen. Weil dein Unterbewusstes aus deiner Erinnerung  dir blitzschnell Erfahrungen präsentiert die deiner inneren Haltung und deinem bisher Erlebten entsprechen.

Es ist wichtig sich mit seinen unterbewussten Erwartungshaltungen auseinander zusetzen. Sie wahrzunehmen, zu hinterfragen, sie anzunehmen und dann zu verabschieden, in dem man sich ganz bewusst für einen anderen Fokus, einen anderen Blickwinkel entscheidet. Das ist vor allem für die Begegnung mit Menschen sehr wichtig.

In jedem Mensch wohnt ein liebender Kern. Diesen zu entfalten, braucht es (auch) ein Umfeld dass diesen liebenden Kern „sieht“ und annimmt. Annimmt im doppelten Sinne. Annehmen dass er da ist und annehmen wie er ist.
Gerade in Zeiten der Auseinandersetzung, der kontroversen Diskussion, des Streits, ist der Blick auf den innewohnenden liebevollen Kern eines Menschen, der nach Außen möglicherweise Härte und Strenge trägt heilsam. Denn die Härte und Strenge des Menschen wird durch die von außen kommende Härte und Strenge zusätzlich manifestiert und damit wird der liebende Kern immer weniger spürbar. Aber er ist da.

Gleiches zieht gleiches an. Und möchte ich einen harten, strengen Menschen erreichen erfordert es liebevolle Geduld und Mitgefühl aber auch Wahrhaftigkeit. Kommt dieses bei ihm an, dann kann er diese Qualitäten auch wieder entwickeln und einen Schritt heraus tun aus dem Leben in Härte und Strenge, welches er ja auch gegen sich selbst führt.

Entscheidend ist, was ich sehe …..

Entscheide was Du sehen möchtest. Dort lass deine Energie und Aufmerksamkeit hin fließen. Steter, liebender Tropfen höhlt den Stein. Mit deinen Gedanken und deiner Haltung erschaffst du deine Zukunft. Übung macht den Meister. Sich selbst bemeistern ist die wichtigste Übung. Entscheide immer wieder neu „was möchte ich sehen“.

~Ute~

{ 1 comment… add one }
  • Kerstin 3. November 2010, 09:33

    Liebe Ute,

    danke für diesen wundervollen Text. Er spricht mir aus dem Herzen und erinnert mich daran, dass ich meine Frequenz, auf die ich mich einstimmen will (wie im Radio 🙂 ), mit der der Leute begegnen will, mit der ich meinen Kindern begegnen will, selbst wählen kann. Vielleicht sollte ich das auch mal wieder bewusster tun. Ohne Erwartungshaltung das Beste zu sehen und meine Frequenz auf Ruhe und Liebe einzustimmen.
    DANKE!

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